Technologie

Was wir meinen, wenn wir von Containment sprechen

16. Januar 2019

Schlägt man den Begriff Containment (engl. Eindämmung) im Lexikon nach, findet man verschiedene Definitionen. Containment ist eine Maßnahme, um bestimmte Dinge von Ihrer Umwelt abzuschirmen. Ein Containment schliesst eine Schutzhülle um etwas, es bildet eine Barriere zwischen einer inneren und einer äußeren Welt.

So werden allerlei unangenehme Dinge einem Containment unterworfen, um die Umgebung vor ihnen zu schützen: z.B. bei Atomreaktoren oder Seuchen. Die Truman-Doktrin der USA, welche die Ausbreitung des Kommunismus im Kalten Krieg eindämmen sollte, wird auch als Containment-Politik bezeichnet.

Dabei kann das Containment auch das Innere vor dem Äußeren schützen. So versteht man in der Informatik unter Containment eine Datenhierarchie mit vererbten Zugriffsrechten.
Diese, wie bei einer Matrjoschka-Puppe ineinander geschachtelten, Datenflüsse kennt man von Social Media Plattformen, auf denen manche Inhalte für alle öffentlich gemacht werden, manche Inhalte nur für angemeldete User, manche nur für einen definierten Freundeskreis und manche Daten nur für den Inhaber des Accounts.

In diesem Sinne verwenden auch wir den Begriff Containment. Es geht also darum, einen Informationsfluss gezielt einzuschränken, um die kognitive Last zu verringern. Durchdachtes Containment gibt Orientierung in einer zusehends digitalisierten Konsumwelt. Es geht darum, mit einfachen Filterregeln das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.

Containment besteht aus dem Finden und Festlegen von Prioritäten. Containment steht für eine klare Kommunikations- und Entscheidungskultur. Containment ist eine Strategie, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Containment beschreibt technische und menschliche Filter- und Schutz-Mechanismen. Containment steht für Vereinfachung. Containment kann ein Lifestyle sein, um die Ablenkungen des Informationszeitalters von sich selbst und dem eigenem Team fernzuhalten. Oder ganz einfach der Abschied vom Kleinkram.

Was ist wesentlich? Was ist wichtig? Und wie werde ich das Unwesentliche los? Diese Fragen beantwortet Mark Kaller in seinem Vortrag zum Thema Containment. Anfragen und weitere Informationen unter containment@kaller.de

HTTPS – verschlüsselte Übertragung wird Standard im Netz

16. April 2018
HTTPS

Google unterstützt eine Initiative für ein sichereres Internet. Aus diesem Grund werden ab dem 1. Juni 2018 Websites in der Google Trefferliste im Ranking nach unten rutschen, wenn sie keine sichere Verbindung aufweisen.

Schon jetzt bringen manche Browser eine Meldung beim Aufruf der bisherigen http-Seiten z.B. „Diese Website ist nicht sicher“. Mittelfristig wird eine solche Meldung in allen Browsern erscheinen.

Was heißt Verschlüsselung?

Webseiten lassen sich verschlüsselt übertragen. Dazu vergibt eine Zertifizierungsstelle ein sogenanntes TLS-Schlüsselzertifikat.
Der Schlüssel hat eine doppelte Funktion. Zum einen wird die Übertragung der Daten durch die Verschlüsselung vor dem Mitlesen geschützt. Zum anderen lässt sich durch den Schlüssel sicherstellen, dass der Empfänger am anderen Ende der Leitung tatsächlich derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Denn zu jedem Schlüssel gibt es sozusagen das passende Schlüsselloch (genauer gesagt werden Schlüssel immer paarweise vergeben).

Im Browser erkennt man das Protokoll für eine verschlüsselte Verbindung in der Adressleiste, hier steht „https“ statt wie sonst „http“. Mit einem Klick auf das danebenstehende Schloss-Symbol lässt sich herausfinden, wer die Zertifizierungsstelle ist. Sie finden den Einsatz dieses Protokolls mittlerweile bei vielen Homepages wie Banken, Shops, öffentlichen Websites und auf normalen Imageseiten. Auch wenn Sie „google.de“ aufrufen, sehen Sie das „https“ in der Adressleiste.

Früher musste man diese Zertifikate kostenpflichtig für ein Jahr abonnieren. Auf Grund der Google-Initiative wurde nun das kostenlose Zertifikat „Let’s encrypt“ entwickelt, das mittlerweile fast alle grösseren Provider kostenlos anbieten. Alternativ lassen sich auch kostenpflichtige Zertifikate einrichten, bei denen die Zertifizierungsstelle den Übertragungsweg und den Absender überprüft. Wer auf seiner Webseite vertrauliche Daten erhebt, sollte ein solches Premium-Zertifikat nutzen.

Wir richten Ihre Webseite gerne um – zum Festpreis

Wir empfehlen, Ihre Website bis zum 1. Juni 2018 mit „https“ auf eine sichere Verbindung umzustellen.

Bei dieser Umstellung sind einige Arbeiten unsererseits nötig:

    – Bestellen und Einrichten des Zertifikats
    – Umstellung aller Pfade und Links auf Ihrer Website auf „https“
    – Einrichten eines redirect (Weiterleitung) auf ihre https-Website (falls jemand einen alten http-Link gespeichert hat und diesen aufruft)
    – eine neue Sitemap für Google generieren
    – Ihre https-Website neu bei Google zur Indexierung einreichen (damit künftig nur noch ihre https-Seiten gefunden werden)

Die Kosten für die Umstellung hängen vom Umfang und dem Content Management System (z.B. WordPress, Joomla, Typo3) Ihrer Seite ab. Wenn Sie es wünschen, senden wir Ihnen ein konkretes Angebot.

Das ß gibt es jetzt auch in GROẞ

30. Juni 2017
Großes scharfes ß, Zweifel Emoji

In den 90ern hatten wir beim Grafik- und Webdesign mit Problemen zu kämpfen, die uns heute lächerlich erscheinen. Was uns beim Gestalten der ersten Webseiten am meisten geärgert hat, waren die Umlaute. Ä, ö, ü und ß waren bei Mac und PCs unterschiedlich codiert, was den beiden damals alles andere als befreundeten Unternehmen Microsoft und Apple herzlich wurst war – das Problem gab es im Englischen ja nicht.

Die Zeichen stehen auf Smiley

Ein paar schlaue Köpfe haben dann aber doch über den angelsächsischen Tellerrand hinausgeblickt und haben einen Standard namens Unicode entwickelt. Unicode ist nichts anderes als eine Liste aller Buchstaben in allen Schriften. Mit dabei sind auch ägyptische Hieroglyphen, das komplette Set der Chinesischen Han-Zeichen und neuerdings auch Emoji, die lustigen kleinen Textnachricht-Bildchen. Dabei kommen jedes Jahr neue Zeichen dazu. 2017 war das Jahr des Einhorns, von Vampiren und Zauberern aber auch das Jahr des Zweifel-Gesichts – gerne auch mal als „Colbert-Face“ bezeichnet, wegen der frappierenden Ähnlichkeit mit US-Talker Stephen Colbert. Wer schon immer wissen wollte, was die Aubergine bedeutet, der werfe einen Blick in die Emojipedia.

Der vergessene Buchstabe

Seit Jahren schon streiten sich Designer und Typographen erbittert über Sinn und Unsinn des großen ß. Das Zeichen ist schon länger in der Unicode als U+1E9E gelistet, wurde aber nie verwendet. Da es ja kein Wort gibt, dass mit ß beginnt, galt bisher die Regel: „Das ß gibt es nur als Kleinbuchstabe, im Falle von VERSALSCHREIBUNG wird das ß durch SS ersetzt.“ Nun aber hat der Deutsche Rat für Rechtschreibung das große ß offiziell zum Standard erhoben. Da freut sich der Schriftdesigner, aber für uns als Agentur wurde dadurch ein riesiges FASS (weiterhin Doppel-S) geöffnet. Denn wir verwenden zahlreiche Schriftdateien, denen jetzt allen ein Buchstabe fehlt. Wie schon bei der Einführung des Eurozeichens 2000 heißt das für uns: nachrüsten, nachlizensieren. Außer unsere Kunden verzichten in Zukunft darauf, Wörter GROẞ zu schreiben.

Die Zukunft wird Augmented – ein Beitrag mit Katzenvideo!

17. Dezember 2016
Virtuelle Katze beim Google Tango Project

Augmented Reality macht gerade Quantensprünge. Apple hat ein Patent für ein Brillengestell eingereicht, in dass man ein iPhone einschieben kann. Ich vermute: Apple wird 2017 transparente iPhones releasen. Samsung, das ja auch für Apple die Bildschirmtechnologie zuliefert, hat das transparente „IronMan“-Telefondisplay patentiert. Anstatt das Bild der Kamera auf dem stromfressenden Bildschirm zu zeigen, guckt man in Zukunft einfach durch. Die fröhlichen Apple-Icons funktionieren auch in durchsichtig, das sieht man ja sehr schön in den neuen Hollywoodstreifen, z.B. im neuen Star Trek.

Nasenkamera 2018

Noch spannender sind die News von einer anderen Company: Magic Leap entwickelt ein smart-glass für Augmented Reality-Brillen, das drei Dinge kann: Erstens 3D-Bilder ins Blickfeld einblenden. Zweitens (unschädliches) Infrarot-Licht auf das Auge projizieren, um es auszuleuchten. Und dann die Sensation: die Magic Leap Gläser funktionieren auch noch als Lichtfeldkamera, womit die smarte Brille dann die Augenbewegungen lesen kann. Wo man hinsieht, kann dann das Bild schärfer werden, oder man kann mit den Augen einen Cursor bewegen.

Und ja, das wäre die Schlüsseltechnologie schlechthin: eine Glasscheibe wird Kamera und 3D Display in einem.

Desweiteren glaube ich, dass es Apples Masterplan gehört, die komplette Telefonie in die Apple Watch integriert zu bekommen. Die Uhr wird dann auch ohne Phone funktionieren. Als Kamera und Bildschirm (und Headset) trägt man dann Smart Glasses.

Nun ja, wahrscheinlich ist es bis dahin noch zwei, drei Jahre hin, in denen sich Apple, Microsoft, Samsung, Google, Magic Leap und Snapchat das Rennen um meinen Nasenrücken liefern. Zum Glück bin ich ja ein Brillentyp.

Kawaii! – Catvertising reloaded 2019

Die Gläser können dann auch Sehschwäche ausbalancieren. Virtuelle Haustiere sind der große Trend (hier der Link zum Katzenvideo von Googles Project Tango).
Eine smarte Brille kann per App zurückmelden, welches Element im Blickfeld am meisten Aufmerksamkeit bekommt. Werbe-Portale kaufen Google und Apple (und tumblr und Pinterest) die Daten ab, auf welche Reize die User am meisten reagieren. Der User bekommt in die Shopseiten diejenigen Dinge eingeblendet, die er möchte. Nun ja, ich hoffe irgendwie, die meiste Aufmerksamkeit gehört dann Katzenvideos:

Dieser Artikel ist die Fortsetzung meines ersten Artikels über Augmented Reality:

von Philip Kaller

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Die Welt wird zum Bildschirm – Wie Datenbrillen unseren Blick auf die Welt verändern werden

21. Juli 2016

Im Moment reden alle über den Erfolg von Pokémon Go. Dieser lässt sich recht einfach mit den superbeliebten Nintendofiguren erklären. Das Vorläuferspiel Ingress ist dagegen eher ein Grund für Super-Nerds das Haus zu verlassen und eher eine Weiterentwicklung des Geocachings. Aber Pokémon Go, ist mehr als nur ein Spiel für Mobilgeräte, es ist der erste Schritt einer Revolution. Einer Design-Revolution.

Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) wird unsere Vorstellung von Design auf den Kopf stellen. Inzwischen relativ bekannt ist ja die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. VR-Brillen lassen einen in eine komplette 360°-Umgebung eintauchen. VR ist daher die Zukunft der Computerspiele, der Filmbranche und irgendwann sogar der Computerarbeitsplätze. Playstation VR heißt das Produkt von Sony. Es gibt bereits jetzt eine App, die es ermöglicht, die normalen Fenster von Windows 10 in einer virtuellen Umgebung anzuzeigen.

Noch spannender wird es aber, wenn man sich Inhalte in das normale Blickfeld einblenden kann. Möglich ist das mit sogenannten AR-Brillen. Dann wird man zum Pokémon Go-Spielen nicht mehr auf Handy blicken müssen. Man hat immer ein Navigationssystem auf der Nase. Man braucht keine Tastatur mehr, auf jede glatte Oberfläche lassen sich Schalter einblenden. Die Brille könnte einem das Gegenüber identifizieren – welch ein Segen für alle Leute mit schlechtem Personengedächtnis. Weiter gedacht: werden Singles dann mit einem Dateability-Score versehen?

Zum Glück habe ich ein Brillengesicht.

Die Internetriesen haben sich alle schon in Stellung gebracht. Google Glass kam einfach 5 Jahre zu früh. HoloLens heißt die Datenbrille von Microsoft. Zeiss arbeitet an smart glasses, die auch wie Brillen aussehen. Apple hat sich mit dem Kauf der Münchener Softwareschmiede Metaio auch schon eine Reihe Patente sichern können. Gerüchteweise hat Apple ein – wie immer recht geheimnisumwittertes – Entwicklerteam für AR-Anwendungen und Hardware aufgebaut. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Apple mit seinem AR-Headset den Standard setzen wird.

OK, alle Techies wissen das alles schon. Für uns als Designer stellen sich aber Fragen: in welche Farbe muss ein Schalter leuchten, damit er auf dem Küchenschrank wie auf dem Schreibtisch gut zu erkennen ist? Wird die vorherrschende Farbe von Möbeln und Oberflächen nun praktisches Grau? AR wird auch die Mode beeinflussen: Wer sich den Brillen verweigern will, trägt Desigual-Muster oder Dazzle-Camo. Und was ist eigentlich ein gutes Symbol für Dateability?

Allerdings befürchte ich, dass die ganze „Augmented“ Welt dann vor allem mit virtuellen Knuddelfiguren bevölkert sein wird. Das Pokémon wird zur dominierenden Spezies auf dem Planeten Erde. Das nennt man dann Evolution.

Immer ist der Cache schuld

18. Oktober 2010

Wenn Änderungen auf einer Webseite nicht angezeigt werden, ist fast immer ist der Cache schuld.

Ein Cache ist ein versteckter Pufferspeicher. Jeder Browser – also jedes Programm, mit dem man Webseiten ansieht – nutzt einen solchen Cache, um geladene Inhalte zwischenzuspeichern. Ruft man eine Seite erneut auf, werden die Inhalte bevorzugt aus dem Cache geladen und nicht nochmal aus dem Netz. Das geht natürlich viel schneller. Es ist daher auch nicht ratsam, den Cache im Browser oder auf Webseiten zu deaktivieren.

Die Inhalte eines Cache kann problemlos gelöscht werden, er ist ja nur ein Doppel. Um wirklich die aktuelle Version einer Webseite vom Webserver zu erhalten, muss man den Browsercache löschen – das geht so:

Browser Cache in Chrome leeren:
– Drücken Sie die Tasten Strg + Shift + Entf
– Wählen Sie bei „Folgendes für diesen Zeitraum löschen“ den Eintrag „Gesamter Zeitraum“
– Aktivieren Sie „Bilder und Dateien im Cache“ und klicken Sie dann auf „Browserdaten löschen“

Browser Cache in iPhone und iPad mit Safari leeren:
– Einstellungen > Safari > und dann ziemlich weit unten Button „Cache löschen“

Browser Cache auf Apple Computern mit Safari leeren:
– Drücken Sie die Tasten Cmd + Alt + E

Browser Cache in Microsoft Edge leeren:
– Drücken Sie die Tasten Strg + Shift + Entf
– Wählen Sie „Zwischengespeicherte Daten und Dateien“ und klicken Sie dann auf „Löschen“

Content Management Systeme wie WordPress, Joomla und Typo3 haben außerdem einen Systemcache. Damit Änderungen wirksam werden, muss man nach einer Änderung auch diesen Systemspeicher leeren.

Systemcache in WordPress leeren:
– Im WordPress ist nicht automatisch eine Cacheverwaltung aktiviert, diese wird nur bei komplexeren Seiten als Zusatzmodul eingefügt. Wenn sie aktiv ist, findet man die Funktion oben mittig im Administrator-Menübalken.

Systemcache in Joomla leeren:
– Links oben im Menü unter System > Systemcache > alle Caches leeren

Systemcache in Typo3 leeren:
– Rechts oben unter dem Sternsymbol